Prepaidkunden sind oft Kunden 2. Klasse

Es wird mal wieder Zeit, die Verhältnisse bei den Netzbetreibern zu beleuchten. Heute sind dabei die Prepaidangebote im Fokus.

Da ich von der Firma in der Regel eine SIM Karte bekomme, die ich auch privat nutzen darf, lohnt es sich für mich nicht privat einen Vertrag abzuschließen.
Dies ist der Grund, warum ich mittlerweile nahezu alle Angebote der Netzbetreiber und auch teilweise der Discounter durchprobiert habe.
Zunächst sehen die Marketingversprechen immer sehr verlockend aus aber mein erstes Fazit lautet: Finger weg von den Discountern. Auch wenn sie durchweg die günstigsten Preise anbieten, so verliert man diese Ersparnisse der letzten Monate ganz schnell wieder, wenn mal ein Problem auftritt. Angefangen mit den meist überteuerten Gebühren für die Hotline (Im Laden findet man keine Ansprechpartner) bis hin zu den absolut überzogenen Gebühren für Ersatzkarten, Sperrung der verlorenen Karte, usw.
Die Netzbetreiber direkt werden da mit riesem Abstand von O2 angeführt. Auch wenn es in den letzten Monaten immer wieder Netzprobleme gab, so hat O2 die mittlerweile in den Griff bekommen. Dazu kommt das bei der Telefonica nahezu keine Unterschiede zwischen Vertrags- und Prepaidkunden gemacht wird. Ich bekomme als Prepaidkunde genauso eine kostenlose Hotline, Einzelverbindungsnachweise, Angaben über aktuelle Abos und deren Dauer wie die Vertragskunden. Dazu bekommt man über nahezu jede Änderung, wie z.B. die automatische Verlängerung der ABOs, eine Info SMS.
Dazu gibt es immer Aktionen mit Aufladeboni, die nicht nur für Neukunden, sondern in der Regel auch für Bestandskunden gelten.
Bei der Telekom sieht das ganze schon deutlich anders aus, was im übrigen auch für Vodafone gilt. Hier gibt es keine kostenlose Hotline und was ich als deutlich schlimmer erachte, keine Infos zu Verlängerungszeiten der ABOs, Einzelverbindungsnachweise, usw… Hier spürt man ganz deutlich das man als Kunde eigentlich unerwünscht ist. Dabei ist es erwiesen, dass Prepaidkunden in der Regel deutlich treuer sind und auch wesentlich mehr Geld ausgeben. Bei mir sind es im Schnitt 25 Euro im Monat. Ein vergleichbarer Vertrag würde mich gut 10 Euro weniger kosten. Allerdings rechnet es sich für mich eben doch weil ich das Guthaben flexibel nutzen kann. Bei Verträgen muss man sein Nutzungsverhalten kennen und es dann auch 2 Jahre nicht ändern. Ich habe aber das Problem dass ich mal sehr viel telefoniere, dann gibt es Monate wo ich mehr simse, usw.
Mein Fazit: sobald der Netlock vom iPhone entfernbar ist, wird die Telekomnummer gelöscht und meine O2 Karte wieder genutzt. Wer allerdings ein Top ausgebautes Netz braucht der muss sich damit abfinden dass er als Kunde 2. Klasse behandelt wird und sollte zur Telekom- oder Vodafonekarte greifen.
Anmerkung: eplus habe ich aus dem Test ausgenommen, da ich auf Grund des schlechten Netzes von vornherein keine Verwendung dafür hatte. Wer nicht in ganz Deutschland unterwegs ist, sondern nur lokal, kann durchaus mit eplus glücklich werden aber wird auch hier lange nicht mit dem Service, wie O2 ihn bietet, verwöhnt.

1 Kommentar »

  • Wenn ich mir den Artikel so durchlese sehe ich derart viele Parallelen zu mobilcom. Ich war von 2006 bis 2008 auch Franchiser bei/mit mobilcom. Am Durch ein Mietunterstützungskonzept war was die Miete in einem 1a Bereich angeht eine gute Unterstützung seitens mobilcom drin. Wenig später fusionierte mobilcom mit freenet. Danach ging alles los. Es wurden neue Vertriebspartnerkonzepte vorgelegt, die natürlich auch die Mietunterstützung neu regeln sollte. D.h. für mich, ich sollte dann mal eben 1.000,-EUR mehr Miete selbst zahlen, obwohl ich bei der Auswahl des Ladenlokales kein Mitspracherecht hatte. Mobilcom war ja auch Hauptmieter und ich nur Untermieter. Die Provisionen wurden auch immer geringer. Wenn man dort die Ziele nichtb erreichte, dann konnte man ganz schnell in finanzielle SChieflage geraten, weil dann eben wie bei VF andere Zahlungen und Bonis ausblieben. Von Druck aufbauen seitens des VL, das machen die genau so. Wenn man den VL wie in meinem Fall nicht schmierte, dann ließ er sich nicht blicken, reagierte nicht auf Mails und Telefonanrufe. Eine Beschwerde beim RL war sinnlos. Der hielt schützen seine Hand über ihn. Die Fusion mit Debitel habe ich nicht mehr erlebt, vielleicht ist ja jetzt auch alles wieder besser, was ich persönlich aber bezweifel. Fazit, wenn Herr Gajus da mal nicht vom Regen in die Traufe mit dem Wechsel kommt. Ich bin jetzt mit beim Fachhandel und da sind die Provisionen noch so, dass man davon leben kann.

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